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Neurose - das Ende der Freiheit

Der Begriff Neurose ist ein älterer psychiatrisch-psychotherapeutischer Fachbegriff unter dem im Wesentlichen Nicht-Psychose-Erkrankungen zusammengefasst werden. Spätestens durch Sigmund Freud wurde das aufklärerische Selbstbild des Menschen als rationales, selbstbestimmtes und selbstentscheidendes Wesen in Frage gestellt, indem gezeigt wurde, dass allen menschlichen Handlungen unbewußte Prozesse zugrunde liegen. Dies hat neue Aufmerksamkeit und Bestätigung durch die moderne neurobiologische Forschung gefunden.

Die Tatsache, dass psychische Störungen den freien Willen einschränken können gehört unabhängig davon aber bereits seit jeher zu den psychiatrisch-psychotherapeutischen Selbstverständlichkeiten. Dies ist auch sozialmedizinisch und juristisch ein Alltagsproblem, wenn es um Fragen der Schuldfähigkeit oder der Leistungsfähigkeit geht. Diesbezüglich ist seit jeher selbstverständlich, dass es bei der Bestimmung der Freiheitsgrade eines Menschen bzw. der Schuldfähigkeit nicht um ein Entweder-Oder geht sondern um eine Abwägung von Problemstellung, Kontext, Art der Erkrankung und Art des Fehlverhaltens. Am Beispiel des Kirchenrechts, Sozialrechts und Strafrechts läßt sich zeigen, wie ein Mehr-oder-Weniger an Freiheitseinschränkung des eigenen Willens operationalisiert werden kann.

09:15 - 10.00


Michael Linden

 
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